OnePager, Multi-Page-Website oder Webshop - welche Variante passt zu deinem Unternehmen?
Wer eine neue Website plant, steht schnell vor einer grundlegenden Entscheidung: Reicht ein OnePager? Brauche ich mehrere Unterseiten? Oder muss es direkt ein Webshop sein? Die Antwort ist nicht immer offensichtlich. Ein Fliesenleger hat andere Anforderungen als ein Onlineshop für Handwerkerbedarf. Und manchmal ist die beste Lösung eine Mischform, die es offiziell gar nicht als Kategorie gibt. Dieser Ratgeber erklärt die drei gängigen Website-Typen, zeigt Mischformen und hilft dir einzuschätzen, welche Variante für dein Vorhaben sinnvoll ist.
Was ist ein OnePager?
Ein OnePager ist eine Website, die aus genau einer Seite besteht. Alle Inhalte befinden sich untereinander auf einer einzigen, scrollbaren Seite: Vorstellung, Leistungen, Referenzen, Kontakt. Besucher scrollen einfach durch, statt zwischen Unterseiten zu navigieren.
Typischer Aufbau: Hero-Bereich mit Kernaussage, Leistungsübersicht, ein paar Referenzen oder Kundenstimmen, Kontaktformular am Ende.
Für wen eignet sich ein OnePager? Vor allem für Unternehmen und Selbstständige, die eine überschaubare Anzahl an Leistungen anbieten und in erster Linie Präsenz im Netz brauchen. Ein Maler, ein Fotograf, ein Personaltrainer. Wer drei bis fünf Kernpunkte zu erzählen hat, ist mit einem OnePager oft besser bedient als mit einer aufgeblähten Website, auf der sich Besucher verlaufen.
Die Stärke liegt in der Klarheit. Kein Klicken, kein Suchen. Alles auf einen Blick.
Der Nachteil: SEO. Google indexiert Seiten einzeln. Ein OnePager hat nur eine URL. Das bedeutet, du kannst nur für ein Hauptkeyword realistisch ranken. Wer bei Google für verschiedene Begriffe gefunden werden will - etwa "Maler Neuruppin" und "Fassadenanstrich Brandenburg" - stößt mit einem OnePager an Grenzen.
Preislich bewegen sich OnePager bei professioneller Umsetzung zwischen 1.000 und 2.500 Euro. Der Preis hängt davon ab, ob ein individuelles Design entworfen wird, ob die Texte erstellt werden müssen und wie komplex das Kontaktformular ausfällt. Ein schlichter OnePager mit bestehendem Firmenlogo und vom Kunden gelieferten Texten liegt am unteren Ende. Ein durchdesignter OnePager mit professionellen Fotos, Animationen und einem Kontaktformular, das Anfragen vorqualifiziert, eher am oberen.
Was ist eine Multi-Page-Website?
Eine Multi-Page-Website besteht aus mehreren eigenständigen Unterseiten. Typisch sind: Startseite, Leistungsseiten (einzeln oder gruppiert), eine "Über uns"-Seite, Referenzen, Blog und Kontaktseite.
Typischer Aufbau: Navigation mit Menüpunkten, jede Leistung hat eine eigene Seite mit eigenem Inhalt. Besucher können gezielt das ansteuern, was sie interessiert.
Die Multi-Page-Variante ist der Standard für die meisten Unternehmen. Handwerksbetriebe, die mehrere Gewerke abdecken, profitieren davon am meisten. Wer Sanitär, Heizung und Klimatechnik anbietet, kann für jedes Thema eine eigene Seite anlegen, die bei Google separat rankt.
Der große Vorteil liegt genau hier: Jede Unterseite ist ein eigenständiges Tor in den Google-Suchergebnissen. Eine Seite "Badsanierung Neuruppin" kann für exakt diese Suchanfrage ranken, während "Heizungsinstallation Oberhavel" eine ganz andere Zielgruppe erreicht. Dieses Prinzip multipliziert die Chancen, bei Google gefunden zu werden.
Auch für Unternehmen, die regelmäßig Inhalte veröffentlichen wollen, führt kein Weg an einer Multi-Page-Lösung vorbei. Ein Blog-Bereich braucht eigene URLs für jeden Beitrag.
Preislich liegt eine Multi-Page-Website mit 5 bis 10 Seiten typischerweise zwischen 2.500 und 6.000 Euro. Der Aufwand steigt mit jeder Seite, die individuell getextet, gestaltet und technisch umgesetzt werden muss. Dazu kommen häufig Zusatzfunktionen: ein Klickfunnel im Kontaktformular, der Anfragen vorsortiert, eine Terminbuchung oder eine Anbindung an Google Maps. Je mehr Funktionalität, desto höher der Preis.
Was ist ein Webshop?
Ein Webshop ist eine Website mit integrierter Kauffunktion. Besucher können Produkte in einen Warenkorb legen, bezahlen und bestellen. Je nach System kommen Funktionen wie Kundenkonto, Lagerverwaltung, Versandtracking und Gutscheinsysteme dazu.
Typischer Aufbau: Startseite mit Produktkategorien, Kategorie-Übersichten, einzelne Produktseiten mit Beschreibung und Bildern, Warenkorb, Checkout-Prozess, Kundenkonto.
Ein Webshop ist dann sinnvoll, wenn physische oder digitale Produkte direkt verkauft werden sollen. Für einen Handwerksbetrieb, der Dienstleistungen anbietet, ist ein Webshop in den meisten Fällen überdimensioniert. Aber ein Schreinerbetrieb, der nebenbei handgefertigte Möbel verkauft, oder ein Malerbetrieb mit eigenem Farbensortiment - da wird es interessant.
Der Aufwand hinter einem Webshop ist deutlich höher als bei einer normalen Website. Es müssen rechtliche Anforderungen erfüllt werden: Widerrufsbelehrung, AGB, Datenschutz nach DSGVO, korrekte Preisauszeichnung mit Mehrwertsteuer. Dazu kommt die technische Seite: Zahlungsanbieter anbinden, Versandoptionen konfigurieren, Bestandsverwaltung einrichten.
Preislich starten einfache Webshops mit einer überschaubaren Produktanzahl ab etwa 4.000 bis 5.000 Euro. Je nach Komplexität - individuelle Produktkonfiguratoren, Schnittstellen zu Warenwirtschaft, mehrere Zahlungsarten, Mehrsprachigkeit - können die Kosten schnell in den fünfstelligen Bereich gehen.
Die Mischformen: Hybrid-Lösungen, die oft am besten passen
Nicht jedes Projekt passt sauber in eine der drei Kategorien. Und ehrlich gesagt: Die Mischformen sind häufig die beste Wahl.
Sehr beliebt und praktisch. Die Hauptseite bleibt schlank und übersichtlich wie ein klassischer OnePager. Aber das Kontaktformular bekommt eine eigene Seite. Warum? Weil ein Kontaktformular, das Anfragen vorqualifiziert - also abfragt, was der Besucher genau braucht, welches Budget er sich vorstellt, wie dringend das Projekt ist - Platz braucht. Auf einer eigenen Kontaktseite lässt sich ein solcher Klickfunnel sauber umsetzen, ohne den OnePager zu überladen. Technisch sind das dann zwei Seiten. SEO-technisch bleibt die Wirkung ähnlich wie beim reinen OnePager, aber die Nutzererfahrung verbessert sich deutlich.
Eine weitere Hybrid-Variante: Der Hauptauftritt ist ein OnePager, aber es gibt zusätzlich einen Blog-Bereich. Die Startseite stellt das Unternehmen vor, der Blog bringt die SEO-Reichweite. Jeder Blogartikel rankt für eigene Keywords und führt neue Besucher auf die Seite. Eine smarte Kombination aus schlankem Auftritt und langfristiger Sichtbarkeit.
Manche Unternehmen brauchen keinen vollständigen Webshop, aber wollen ein einzelnes Produkt oder eine kleine Auswahl online verkaufbar machen. Hier lässt sich eine normale Multi-Page-Website mit einer Shop-Funktion erweitern, ohne gleich ein komplettes E-Commerce-System aufzubauen.
Welcher Website-Typ passt zu dir?
Die Entscheidung hängt von drei Faktoren ab: Ziel, Umfang und Budget.
Du brauchst vor allem Online-Präsenz? Kunden sollen wissen, dass es dich gibt, was du machst und wie sie dich erreichen? Dann reicht ein OnePager. Schnell online, klar strukturiert, günstiger Einstieg.
Du willst bei Google für verschiedene Leistungen gefunden werden? Dann braucht jede Leistung ihre eigene Seite. Eine Multi-Page-Website gibt dir die Möglichkeit, für mehrere Suchbegriffe gleichzeitig zu ranken. Kombiniert mit einem Kontaktformular, das Anfragen vorsortiert, wird die Website zu einem echten Werkzeug für Kundengewinnung.
Du verkaufst Produkte? Dann kommst du um einen Webshop nicht herum. Plane genügend Budget für die rechtlichen und technischen Anforderungen ein.
Du bist dir unsicher? Starte mit einem OnePager oder einer kleinen Multi-Page-Website. Beides lässt sich später erweitern. Ein guter OnePager kann zur Multi-Page-Website wachsen, wenn das Geschäft sich entwickelt.
Zum Thema Preise: Transparenz statt Ratespiel
Preise für Websites sind kein Geheimnis. Trotzdem findet man selten klare Angaben. Das liegt daran, dass jedes Projekt anders ist. Aber Orientierungswerte helfen bei der Planung:
Website-Typ
- OnePager
- OnePager + Kontaktseite
- Multi-Page (5-10 Seiten)
- Webshop (klein)
- Webshop (komplex)
Preisbereich
- ab 1.000 Euro
- ab 1.200 Euro
- ab 2.500 Euro
- ab 4.000 Euro
- ab 8.000 Euro
Typischer Umfang
- Eine Seite, responsiv, Kontaktformular
- Zwei Seiten, Klickfunnel im Formular
- Individuelle Unterseiten, SEO-Basis
- Produktseiten, Warenkorb, Checkout
- Schnittstellen, Konfigurator, Automatisierung
Diese Werte beziehen sich auf individuelle Entwicklung, nicht auf Baukasten-Lösungen. Der finale Preis richtet sich nach Umfang, Design-Anspruch und Zusatzfunktionen wie SEO-Optimierung, Texterstellung oder Fotografie.
Wie geht es weiter?
Du weißt jetzt, welche Website-Typen es gibt und wo sie sich preislich bewegen. Der nächste Schritt: Kläre für dich, was deine Website konkret leisten soll. Nicht was sie kosten darf, sondern was sie bringen muss. Daraus ergibt sich der passende Typ fast von allein. Wenn du Fragen hast oder eine Einschätzung für dein Projekt brauchst, melde dich per Telefon, E-Mail oder WhatsApp. Ich schaue mir deine Situation an und sage dir ehrlich, welche Variante für dich Sinn ergibt.