Website selber bauen oder machen lassen?
Die Werbung von Wix, Jimdo und Squarespace klingt verlockend: "Erstelle deine Website in wenigen Minuten. Keine Vorkenntnisse nötig. Kostenlos starten." Und tatsächlich - einen Baukasten bedienen kann fast jeder. Die Frage ist nur: Reicht das? Dieser Vergleich ist kein Plädoyer gegen Baukästen. Es gibt Situationen, in denen sie die richtige Wahl sind. Aber es gibt auch Situationen, in denen sie mehr kosten als sie bringen - nur merkt man das erst später.
Was Baukästen gut können
Baukästen wie Wix, Jimdo, Squarespace oder Ionos haben in den letzten Jahren enorm aufgeholt. Die Designs sehen modern aus, die Bedienung ist intuitiv, und nach ein paar Stunden hat man tatsächlich eine Website, die auf dem Bildschirm gut aussieht.
Für den Anfang reicht das oft. Wer als frischer Gründer oder Einzelunternehmer schnell eine Online-Visitenkarte braucht, kann mit einem Baukasten starten. Lieber eine einfache Website als gar keine. Das Motto stimmt.
Die Kosten liegen je nach Anbieter zwischen 10 und 40 Euro pro Monat inklusive Domain und Hosting. Aufs Jahr gerechnet sind das 120 bis 480 Euro - klingt günstig.
Wo es anfängt zu haken
Die Probleme zeigen sich erst bei genauerem Hinsehen. Und meistens erst dann, wenn man sie am wenigsten braucht.
Die Schwächen von Baukästen im Detail:
- SEO-Grenzen: Baukästen bieten grundlegende SEO-Funktionen, aber keine volle Kontrolle. Du kannst einen Seitentitel setzen und eine Meta-Description schreiben. Aber tiefere Optimierungen wie saubere URL-Strukturen, Schema-Markup, individuelle Ladezeit-Optimierung oder gezieltes internes Linking sind eingeschränkt oder gar nicht möglich. Für lokale Suchbegriffe mit wenig Konkurrenz reicht ein Baukasten manchmal aus. Für alles darüber nicht.
- Ladezeiten: Baukasten-Websites laden generell langsamer als individuell entwickelte Seiten. Der Grund: Sie laden immer den gesamten Baukasten-Code mit - auch Funktionen, die du gar nicht nutzt. Google berücksichtigt Ladezeiten im Ranking. Jede zusätzliche Sekunde Ladezeit erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Besucher abspringen.
- Design-Grenzen: Die Templates sehen erst gut aus, bis du etwas willst, das nicht vorgesehen ist. Ein individuelles Kontaktformular mit Vorqualifizierung? Ein spezielles Layout für die Referenzgalerie? Eine Animation, die deinen Betrieb von der Konkurrenz abhebt? Baukästen stoßen schnell an Grenzen, sobald du vom Standard abweichst.
- Abhängigkeit: Deine Website liegt auf den Servern des Anbieters. Wenn Wix die Preise erhöht, zahlst du mehr. Wenn Jimdo ein Feature abschafft, hast du Pech. Wenn du irgendwann den Anbieter wechseln willst, kannst du deine Website nicht mitnehmen. Du fängst von vorn an. Bei einer individuellen Website gehört dir der Code und du kannst jederzeit den Hoster wechseln.
- Laufende Kosten: 30 Euro pro Monat klingt nach wenig. Aber über drei Jahre sind das 1.080 Euro. Für fünf Jahre 1.800 Euro. Dafür bekommst du bereits einen professionellen OnePager, der dir gehört und keine laufenden Lizenzkosten verursacht - nur Hosting, und das liegt bei 5 bis 15 Euro monatlich.
Was eine professionelle Website anders macht
Ein Webdesigner oder Entwickler baut keine Seite aus vorgefertigten Blöcken zusammen. Er entwickelt eine Website, die auf dein Unternehmen zugeschnitten ist. Das klingt nach einem kleinen Unterschied. In der Praxis ist es ein großer.
Vorteile einer professionell entwickelten Website:
- SEO von Anfang an: Jede Seite wird von Grund auf für Suchmaschinen optimiert. Saubere Code-Struktur, schnelle Ladezeiten, richtige Überschriften-Hierarchie, strukturierte Daten. Das sind Dinge, die bei einem Baukasten entweder nicht möglich sind oder nur oberflächlich umgesetzt werden können.
- Individuelle Funktionen: Ein Kontaktformular, das Anfragen nach Leistung und Dringlichkeit vorsortiert. Eine Referenzgalerie, die sich über ein Backend pflegen lässt. Ein Klickfunnel, der Besucher Schritt für Schritt durch eine Anfrage führt. Alles machbar, wenn die Website individuell gebaut wird.
- Performance: Eine professionell entwickelte Website kann in unter einer Sekunde laden. Baukasten-Websites schaffen das selten. Der Unterschied ist für Besucher spürbar und für Google messbar.
- Eigentum: Du besitzt den Code. Du besitzt das Design. Du bist nicht an einen Anbieter gekettet. Wenn du in drei Jahren den Hoster wechseln oder die Seite erweitern willst, geht das problemlos.
Was kostet eine professionelle Website?
Ein OnePager ab etwa 1.000 Euro. Eine Multi-Page-Website mit mehreren Leistungsseiten, SEO-Grundlage und Kontaktformular ab etwa 2.500 Euro. Dazu kommen laufende Hosting-Kosten von 5 bis 15 Euro monatlich.
Im Vergleich zum Baukasten ist die Anfangsinvestition höher. Über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren gleichen sich die Kosten aber an, und bei der professionellen Variante hast du am Ende eine Website, die dir gehört, besser performt und mehr Anfragen bringt.
Wann ein Baukasten reicht
Wenn du gerade erst gründest und dein Budget bei null liegt, starte mit einem Baukasten. Eine einfache Online-Präsenz ist besser als keine. Wenn du merkst, dass die Anfragen kommen und dein Geschäft wächst, investiere in eine professionelle Lösung.
Auch für Projekte, die zeitlich begrenzt sind - eine Veranstaltung, ein Pop-up, ein Testlauf - kann ein Baukasten die richtige Wahl sein. Kein Grund, dafür 3.000 Euro auszugeben.
Wann du eine professionelle Website brauchst
Wenn du über Google Kunden gewinnen willst. Wenn du dich von der Konkurrenz abheben willst. Wenn du Funktionen brauchst, die über "Text und Bilder" hinausgehen. Wenn du langfristig denkst und nicht alle zwei Jahre von vorn anfangen willst.
Für die meisten Handwerksbetriebe und Dienstleister, die ernsthaft neue Kunden über das Internet gewinnen wollen, ist eine professionelle Website die bessere Investition. Nicht weil Baukästen schlecht sind, sondern weil die Anforderungen an eine funktionierende Online-Präsenz über das hinausgehen, was Baukästen leisten können.
Unsicher?
Lass uns kurz sprechen. Ich sage dir ehrlich, ob in deiner Situation ein Baukasten reicht oder ob eine individuelle Website mehr Sinn ergibt. Ohne Verkaufsgespräch, einfach eine Einschätzung.